Spaten

Für das Jahr 1397 weist das Steuerbuch der Stadt München einen Eintrag auf, in dem ein gewisser Hans Welser den Grundstein für das heutige Spatenbräu legte. Das Traditionsbräu gehört somit zu den ältesten Brauhäusern der Republik und darf als wahrhaftige Bierinstitution angesehen werden. Gut 400 Jahre braute man in der Neuhausergasse 4 das würzige Bier, bevor im Jahre 1807 Gabriel Sedlmayr das Bräu Spaten erwarb. Bis dato befindet sich jenes im Besitz der Familie Sedlmayr, was durch die Anfangsbuchstaben G und S für Gabriel Sedlmayr auf dem Emblem noch heute nach außen getragen wird. Von der vormalig kleinsten Brauerei Münchens schaffte man es Spaten bis 1867 zum größten Brauhaus der Stadt zu etablieren und im Jahre 1890 bei der Pariser Weltausstellung die Goldmedaille für Braukunst zu erlangen. Im Jahre 1922 schloss die Familie ihre Besitztümer zur Spaten-Franziskaner Brauerei zusammen und war damit auch im großen Maße im Stande, den internationalen Biermarkt zu beliefern. Exporte nach Übersee trugen zum hohen Ansehen der Biere in aller Welt bei, was der Beliebtheit des Oktoberfest noch heute dienlich ist.

Dieser Tage gehört das Brauhaus zum Unternehmen InBev Braugruppe, in der es mit dem 1997 angeschlossenen Löwenbräu aufgeht. InBev ist ein belgisch-brasilianisches Unternehmen, das für den internationalen Vertrieb mannigfaltiger Biersorten verantwortlich ist. Das markanteste Aushängeschild der Brauerei ist der Werbeslogan: “Lass dir raten, trinke Spaten“, welcher seit dem Jahre 1924 unverändert die Gallionsfigur für das Bräu mimt.

Wie in jeder der sechs Münchner Brauereien, die ihre Biere auf dem Oktoberfest veräußern dürfen, braut man im Hause Spaten-Franziskaner ein eigens für diesen Zweck verwendetes Bier: Das Oktoberfest-Bier. Mit einem Alkoholgehalt von 5,9 Prozent verfügt es über eine vergleichsweise geringe Stammwürze, was der Vorreiterrolle des Bieres keinen Abbruch tut. Alljährlich sticht der amtierende Oberbürgermeister der Stadt München im Festzelt Schottenhamel das erste Fass an, welches somit stets vom Spatenbräu gestellt wird. Doch auch im Hippodrom, in der Ochsenbraterei (Spatenbräu Festhalle) kommen Besucher des größten Volksfestes der Welt in den Genuss, jenes Oktoberfest-Bier zu verkosten. Die Premiere des ersten Oktoberfest-Weißbieres aus dem Hause Spatenbräu erfolgte 1964 ebenfalls im Hippodrom, Schottenhamel und der eigenen Trinkhalle.

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