Bräurosl

Eine Vielzahl der jährlich sechs Millionen Wiesnbesucher verlebt im Bräurosl Festzelt herrliche Stunden auf dem größten Volksfest des Erdkreises. Benannt ist die Festhalle nach der Tochter der Pschorr-Brauerei, Rosi Pschorr die vormals wegen ihrer Schönheit ein Magnet auf der Wiesn gewesen sein soll. Seit knapp 80 Jahren befindet sich die Pschorrbräu Festhalle in den Händen der selben Wirtsfamilie und versteht sich als Hort gelebter Tradition. Überdurchschnittlich viele Münchner Betriebe reservieren in jener nostalgischen Institution und verhelfen dem Festzelt so zu einem urbayerischen Image, fernab jedweder Klischees. Die Bräurosl gehört zu den beiden Festzelten, die Hacker-Pschorr auf der Wiesn betreibt und so kredenzt man Besuchern des Hacker-Zeltes und der „Rosl“ ein Oktoberfestbier aus eigenem Hause. Mit 5,8 % weist es zwar den niedrigsten Alkoholgehalt der Wiesnbiere auf, überzeugt aber durch seinen runden Geschmack.

Die großen Festzelte auf dem Oktoberfest, so auch die Bräurosl, öffnen ihre Pforten von Montag bis Freitag um 10 Uhr, an den Wochenenden und an Feiertagen um 9 Uhr. Gefeiert, getrunken und getanzt darf bis 22.30 Uhr werden, wobei die Gäste in der Pschorrbräu Festhalle noch eine Stunde Zeit zum Verlassen des Zelts haben. Um Punkt 23.30 schließen die Tore; dann ist Sperrstunde.

Wenn das Oktoberfest in München zur fünften Jahreszeit einlädt, stehen alleine in der Pschorrbräu Festhalle 8.500 Sitzplätze bereit. 6.200 Feierfreudige können im Zelt Platz nehmen, im herrlichen Wirtsgarten stehen noch einmal Tische und Bänke für 2.200 Personen zur Verfügung.

Um sich als Besucher auf der Wiesn orientieren zu können, wurden den Straßen auf der Theresienwiese offizielle Namen verliehen. Auch wenn die Zelte keine wirklichen Adressen aufweisen, sind sie aufgrund ihrer charakteristischen Merkmale leicht zu eruieren. Von zwei zwanzig Meter hohen Maibäumen flankiert, steht das Hacker-Pschorr Zelt der Brauerstochter unmittelbar an der Wirtsbudenstraße. Zwischen Löwenbräu- und Augustinerzelt liegt es exakt gegenüber des Schottenhamels.

Ein Markenzeichen der Pschorrbräu Festhalle ist die jodelnde Bräurosl. Zur Unterhaltung der Gäste gibt eine Sängerin ihr Talent in puncto „bajuwarischem Gesang“ zum Besten und darf dafür während der Festtage in München den Namen der Pschorr-Tochter tragen. Mit großem Jubel und frenetischem Beifall werden diese Darbietungen vom Publikum begleitet. Desweiteren gestalten im Festzelt die Ludwig-Thoma-Musikanten das Stimmungsprogramm und präsentieren dem begeisterten Publikum traditionelle bayerische Klänge, aber auch moderne Musikstücke. Sogenannte Wiesnhits werden angestimmt und andere sangbare Bierzeltklassiker sorgen für eine allzeit gute Stimmung. Täglich zwischen 18 Uhr und 19 Uhr überlassen die Musikanten jedoch den Südtiroler Spitzbuam die Bühne. Von der Weltläufigkeit Münchens zeugt eine mittlerweile feste Institution für schwule und lesbische Wiesnbesucher: Jeden ersten Sonntag des Oktoberfestes richtet das Bierzelt den sogenannten „Gay Sunday“ aus. Egal ob bi-, homo- oder heterosexuell: Der „Schwule-Sonntag“ ist für alle Oktoberfestbesucher ein stimmungsvolles, wie unvergessliches Fest der gegenseitigen Toleranz.

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