Wissenswertes über die Steirische Harmonika

By Mbbernhard (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
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Auf dem größten Volkswest der Welt – dem Münchner Oktoberfest – darf neben Weißwurst, Bier und Lederhose natürlich auch die passende Musik nicht fehlen. Gerade wegen der langen Tradition der „Wiesn“ bringen viele Bands auch volkstümliche Lieder auf die Bühne. Was viele nicht wissen: am Münchner Oktoberfest tanzen die Gäste auch zu den Klängen der Steirischen Harmonika.

Ursprünge der Steirischen Harmonika

Die Bezeichnung des volkstümlichen Handzuginstrumentes hat eigentlich nur wenig mit dem österreichischen Bundesland Steiermark zu tun. Erfunden wurde diese Harmonika-Art, die sich heute nicht nur in Österreich und Bayern, sondern auch in Slowenien, Südtirol, Tschechien und zahlreichen anderen Ländern großer Beliebtheit erfreut, nämlich in Wien. In der österreichischen Hauptstadt wurde früher jedoch jegliche Art der alpenländischen Volksmusik als „steirisch“ (als Synonym für „ländlcih“) bezeichnet, wodurch die neuartige Harmonika schließlich ihren Namen erhielt. Bekannt ist die Steirische Harmonika u.a. auch als „Steirische“, „Knöpferlharmonika“ oder im österreichischen Dialekt scherzhaft als „Quetschn“, „Wanznpress“ oder „Ziachorgel“.

Aufbau der „Steirischen“

Bei der Steirischen Harmonika handelt es sich um ein diatonisches, wechseltöniges Instrument. „Diatonisch“ heißt, dass in jeder an der Harmonika angebrachten Reihe nur Töne für eine jeweils bestimmte Tonart zu finden sind. „Wechseltönig“ hingegen bedeutet fachsprachlich, dass durch Druck- und Zugbewegung mit derselben Taste unterschiedliche Töne erzeugt werden. Zudem kann das beliebte Volksmusikinstrument mit 3 bis 6 Knopfreihen gefertigt werden, wobei jede Diskant-Reihe in einer jeweils eigenen Tonart gestimmt ist.

Die charakteristischen Klänge der Steirischen Harmonika werden – wie bereits erwähnt – durch Zug und Druck erzeugt: Durch Druckausübung werden die ausschließlich im Dreiklang erklingenden Töne (Dur-Dreiklang der Tonika) der jeweils gewählten Tonart erzeugt, durch die Zugbewegung hingegen ergeben sich die dazwischenliegenden Töne, d.h. der jeweils zugehörige Dominant-Sept-Akkord.

Eine Besonderheit ergibt sich durch den fünften Ton der Tonleiter, da dieser sowohl in der Dominante als auch der Tonika vorkommt (Ausnahme bildet lediglich die äußere Reihe), somit relativ leicht zu spielen ist und deshalb auch „Gleichton“ genannt wird. Zusätzlich gibt es für jede Diskant-Reihe je einen Bass- und Akkordknopf an der Bassseite, die ebenfalls wechseltönig klingen. Darüber hinaus gibt es bei moderneren Modellen der „Quetschn“ unterschiedliche Ausführungen in Hinblick auf Knöpfe, Reihen, Bässe, Größe und anderer Details.

Ein neuer Hype

Dass die alpenländische Volksmusik in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt hat und sich auch bei jüngeren Generationen immer größerer Beliebtheit erfreut, wird nicht zuletzt auch durch die starke Internetpräsenz dieses Themenbereichs deutlich. Speziell zur Steirischen Harmonika finden sich neben allgemeinen Infos auch Erfahrungsberichte zum Erlernen dieses Instruments oder auch Blogs zum Thema. Warum die Steirische Harmonika für die Liebhaber der volkstümlichen Musik weit mehr als nur ein Instrument ist, lässt sich am besten hautnah bei einem Volksfest wie dem Münchner Oktoberfest erleben, bei dem Volksmusik-Gruppen traditionell und modern aufspielen.

Bildquelle: By Mbbernhard (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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