„Wir sind komplett dicht“ – Tischreservierungen nur noch für Stammgäste

75.000 reservierte Plätze weniger und „sehr aggressive Reaktionen“- das diesjährige Oktoberfest bzw. deren Gastwirte müssen aufgrund einer Neuregelung durch den Stadtrat ihre Kapazitäten verringern und haufenweise Absagen verteilen. Selbst einige Stammgäste gingen bei der Platzvergabe leer aus. Mit der neuen Richtlinie soll die Wiesn für Spontanbesucher attraktiver gemacht werden.

Selbst Stammgäste müssen bangen

Die Platzbuchung zum Ende des Monats August galt seit jeher als Geheimtipp unter den Wiesn-Besuchern. Alle, die zunächst eine Absage erhielten, bekamen innerhalb dieses Zeitraums eine zweite Chance über die Warteliste der einzelnen Festzelte. Durch die strengeren Reservierungsbedingungen erhielten selbst alteingesessene Stammgäste ein Absage für ihre Tischreservierung. Eine Neureservierung ist seitens der Wirte „unmöglich“. In den Organisationsbüros der großen Festzelte ragen die in Papierform vorliegenden Reservierungswünsche in bislang ungeahnte Höhen. Besonders Firmen, die ihren Mitarbeitern die jährliche Teilnahme am Oktoberfest auf Unternehmenskosten in Aussicht stellten, müssen nun Erklärungen zurecht legen, weshalb beispielsweise zehn der 50 Mitarbeiter nicht mitkommen können. Der Wiesn-Chef Dieter Reiter selbst hatte auf den Entschluss zur Reduzierung der möglichen Tischreservierungen im Stadtrat gedrängt.

„Sehr aggressive Reaktionen“ gegenüber der Festzelt-Organisation

Im Reservierungsbüro des Schottenhamel-Zeltes war bei Absagen der jeweiligen Tischreservierung teilweise von „sehr aggressiven Reaktionen“ die Rede. Allein dieser Veranstalter darf wegen der Neuregelung etwa tausend Plätze weniger pro Oktoberfest-Woche anbieten. Ähnliche Erfahrungen hat der Festwirt des Hofbräuzeltes Ricky Steinberg gemacht. Zudem bemängelte Steinberg während der Tisch-Organisation, dass jede Buchung manuell, statt automatisch geprüft werden musste, was wiederum einen enormen Zeitaufwand bedeutete. Alle Festwirte bestätigten Einstimmig, dass alle Anfragen im Falle einer Absage vorerst auf der üblichen Warteliste landeten.

„Keine neuen Gäste berücksichtigen“

Festwirte wie Hans Stadtmüller von der „Fischer Vroni“ oder Ricky Steinberg sind nach eigenen Angaben „komplett Dicht“ und können „Keine neuen Gäste berücksichtigen“. Nachrücker haben demnach kaum eine Chance, für ihre Tischreservierung eine positive Zusage zu erhalten. Bisher bekannte Alternativen stellen die „Käfer-Schänke“ sowie das Weinzelt dar. Wegen deren geringer Größe, gelten die neuen Vorschriften nicht für diese beiden Zelte. Jeder, der einen Platz reservieren möchte, sollte sich dennoch beeilen. Die Buchungsanfragen seien in den Festzelten sprunghaft gewachsen.

 

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