Der Maßkrug und das Oktoberfest

Der Maßkrug hat seinen Namen von seiner Füllmenge, genau ein Maß passt in diesen Bierkrug. Früher entsprach das 1,069 Litern, heute füllt man ihn mit genau einem Liter Bier oder Biermischgetränke. Waren die Maßkrüge früher noch aus Ton, so wurden sie im Laufe der Jahre zunehmend gegen gläserne Ausführungen ausgetauscht.

Bei vielen Stadt- und Scheunenfesten ist das Stemmen der großen Biergläser zum beliebten Wettkampfsport geworden. Ein gefülltes Maß muss mit ausgestrecktem Arm gehalten werden. Die Zeit wird gestoppt und wer den Bierkrug am längsten hält, hat gewonnen. Ein weiterer Wettkampf besteht darin, möglichst viele Maßkrüge zu halten. 2013 wurde ein neuer Rekord aufgestellt, ganze 24 gefüllte Krüge mit einem Gewicht von rund 50 Kilogramm trug der Sieger über eine Distanz von vierzig Metern. Auf der Wies’n in München stellen die Bedienungen zwar keinen Weltrekord auf, aber die Leistung der Kellner und Kellnerinnen ist trotzdem beachtlich. Selbst kleine Frauen schleppen bis zu achtzehn Maßkrüge, was als Hochleistungssport angesehen werden kann. Leer wiegt ein Bierkrug etwa 1,3 Kilogramm, ein gefülltes Maß hat ein Gewicht von 2,3 Kilogramm. Diese extreme Belastung beansprucht den Schultergürtelmuskel, ein trainierter Bizeps ist also unbedingt erforderlich. Viele der Profikellner tragen Manschetten, um die Daumensehne zu schonen. Auf jeden Fall ist ein gutes Muskeltraining im Vorfeld erforderlich.

Auf der ganzen Welt bekannt ist der Oktoberfest-Krug, der seit 1978 jedes Jahr für das Münchner Oktoberfest neu aufgelegt wird. Eine jährliche neue Gestaltung macht dieses Sammlerobjekt sehr begehrt. Während in den Zelten das Bier in Glaskrügen ausgeschenkt wird, ist der Oktoberfest-Bierkrug aus Steinzeug hergestellt. Begehrt sind aber nicht nur die Sammlerkrüge, die einige hundert Euro kosten.

Wer sich über das Münchner Oktoberfest informiert, stößt bei seinen Recherchen auch auf die zehn Gebote der Wies’n. Eins davon lautet: Du sollst keinen Maßkrug stehlen. Diese Regel kommt nicht von ungefähr, denn auch die Gläser aus den Festzelten sind sehr begehrt. Doch diese werden nicht gekauft, sondern von immer mehr Besuchern einfach in Taschen und Rucksäcke gesteckt. Besonders bei den italienischen Gästen sind die Biergläser sehr beliebt, so dass sogar Polizeibeamte aus Italien eingesetzt werden, um Sprachschwierigkeiten mit den Übeltätern zu vermeiden. Siehe auch hier

 

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